Kalendergeschichten
159 Seiten
Mit Autorenbild
Leinen
Preis: 9,80 €

ISBN 978-3-928606-15-8
Johann Peter Hebel
Der vorsichtige Träumer

In dieser Ausgabe finden sich die berühmtesten Kalendergeschichten von Hebel. Die Textauwahl folgt der Erstausgabe: "Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes".
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Der Inhalt
Der vorsichtige Träumer

Der Band enthält folgende Kalendergeschichten: Denkwürdigkeiten aus dem Morgenlande, Das wohlfeile Mittagessen, Das Mittagessen im Hof, Der kluge Richter, Der schlaue Husar, Das wohlbezahlte Gespenst, Der vorsichtige Träumer, Unglück der Stadt Leiden, Schlechter Gewinn, Eine sonderbare Wirtszeche, Seltsamer Spazierritt, Drei Wünsche, Der schlaue Pilgrim, Untreue schlägt den eigenen Herrn, Der Kommandant und die badischen Jäger in Hersfeld, Kannitverstan, Schlechter Lohn, Der Barbierjunge von Segringen, Der Husar in Neiße, Ein Wort gibt das andere, Moses Mendelsohn, Ein teurer Kopf und ein wohlfeiler, Die drei Diebe, Kaiser Napoleon und die Obstfrau in Brienne, Der silberne Löffel, Der geheilte Patient, Der kluge Sultan, Der Zirkelschmied, Das letzte Wort, Gutes Wort und böse Tat, Ein gutes Rezept, Der listige Steiermärker, Etwas aus der Türkei, Wie der Zundelfrieder eines Tages aus dem Zuchthaus entwich und glücklich über die Grenzen kam, Die leichteste Todesstrafe, Die zwei Postillione, Unverhofftes Wiedersehen, Der fechtende Handwerksbursche in Anklam, Geschwinde Reise, Gute Geduld, Der Lehrjunge, Der Wasserträger, Zwei honette Kaufleute, Die Schmachschrift, Der Prozeß ohne Gesetz, Die gute Mutter, Rettung vom Hochgericht, Wie einmal ein schönes Roß um fünf Prügel feil gewesen ist, Dankbarkeit, Hochzeit auf der Schildwache, Einer oder der andere, Bequeme Schiffahrt, Das Advokaten-Testament, Einer Edelfrau schlaflose Nacht, Reise nach Frankfurt, Zwei Kriegsgefangene in Bobruisk, König Friedrich und sein Nachbar, Der sinnreiche Bettler, Mahomed, Die Ohrfeige, Ist der Mensch ein wunderliches Geschöpf, Nützliche Lehren.

In kunstvoller Einfachheit schildert Hebel die Wunderlichkeiten menschlichen Zusammenlebens. Was dabei auf den ersten Blick an idyllische Volksdichtung erinnert, erweist sich schnell als raffinierter Kunstgriff, um zu Weltoffenheit und praktischer Humanität anzuhalten. Dies geschieht jedoch ohne aufdringliche Moral, ohne Besserwisserei und ohne erhobenen Zeigefinger, eher mit einem unverhohlenen Vergnügen an den kleinen menschlichen Gaunereien und mit offenem Spott über obrigkeitliche Dummheit. Dabei meidet Hebel satirische Schärfe ebenso wie kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Der unbeirrte Wille zur Versöhnung steht sprachlich und thematisch immer als Grundprinzip hinter seiner dichterischen Absicht. So zeugen diese, von jedem Pathos entkleideten Geschichten nicht nur von tiefer menschlicher Wärme, sondern auch von einer unvergleichlichen sinnlichen Sprachkraft: "Der Krieg soll nie ins Herz der Menschen kommen. Es ist schlimm genug, wenn er außen vor allen Toren und vor allen Seehäfen donnert."
Der Autor
Johann Peter Hebel

Johann Peter Hebel wurde am 10. Mai 1760 in Basel geboren. Nach dem frühen Tod seiner Eltern besuchte er das Gymnasium in Karlsruhe und begann später ein Theologiestudium in Erlangen. Es folgte eine Tätigkeit als Haus- und Seminarlehrer. Schließlich kehrte er nach Karlsruhe zurück und übernahm dort die Leitung des Gymnasiums. Im Jahr 1803 erscheinen seine "Alemannischen Gedichte", die heute zum klassischen Bestand der Mundartdichtung zählen. Neben seiner Lehrtätigkeit wird Hebel mit der Redaktion des "Rheinländischen Hausfreunds" betraut, eines Kalenders mit Anekdoten, Gedichten und Kurzerzählungen von unverkennbar alemannischem Charakter. Der große Erfolg dieses Kalenders veranlaßt ihn 1811 zu einer Herausgabe seiner Geschichten unter dem Titel "Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes". Zusammen mit den in den folgenden Jahren noch veröffentlichten Beiträgen wurden sie zu einem unvergänglichen Werk der Weltliteratur.
Im Jahr 1819 erfolgte die Ernennung zum Prälaten der Evangelischen Landeskirche. Gleichzeitig wurde Hebel in den badischen Landtag berufen. Er starb während einer Dienstreise am 22. September 1826.