Erzählungen
158 Seiten
Mit Autorenbild
Leinen
Preis: 9,80 €

ISBN 978-3-928606-17-2
Nikolai Gogol
Tagebuch eines Wahnsinnigen

Aus dem Russischen von Kay Borowsky.

Der Band enthält die drei Petersburger Novellen: Die Nase, Der Mantel, Tagebuch eines Wahnsinnigen. Außerdem ein Nachwort des Übersetzers Kay Borowsky.
In erschütternden und grotesken Bildern schildert Gogol den Einbruch des Irrationalen in die reale und erbarmungslose Alltagswelt der Namenlosen und Einsamen.
Der Inhalt
Tagebuch eines Wahnsinnigen

Merkwürdige Vorfälle ereignen sich in den Straßen von St. Petersburg. Ein Kollegienassessor stellt eines Morgens mit Entsetzen fest, daß ihm die Nase abhanden gekommen und damit seine gesellschaftliche und berufliche Existenz gefährdet ist. - Ein kleiner, verspotteter Kanzleischreiber verschafft sich unter größten Entbehrungen einen neuen, warmen Mantel und damit die langersehnte Anerkennung und den Zugang zum Kreis seiner Kollegen. Als ihm aber sein Statussymbol bei einem nächtlichen Überfall geraubt wird, grämt er sich zu Tode und wird fortan als ruheloses Gespenst zum Schrecken der Stadt. - Ein unbedeutender Titularrat, in hoffnungsloser Liebe zur Tochter seines Direktors entbrannt, flieht aus seiner bedrückenden Existenz in eine Welt absurder Tagträume und wandelt als "König von Spanien" durch die Straßen.
Immer wieder schildert Gogol den Einbruch des Irrationalen in die banale Realität der Alltagswelt. Wirklichkeit und Phantasie mischen und steigern sich dabei bis ins Groteske. Mit satirischer Schärfe zeichnet er das Bild einer Gesellschaft, deren Sehnsüchte und Ideale oft den platten Lächerlichkeiten dieser Welt zu Opfer fallen.
Der Autor
Nikolai Gogol

Nikolai Wassiljewitsch Gogol wurde am 1. April 1809 in Sorotschinzy, Ukraine, geboren. Nach Abschluß des Gymnasiums versucht er vergeblich in St. Petersburg zunächst als Staatsbeamter, später als Privat- und Universitätslehrer Fuß zu fassen. Auch erste schriftstellerische Versuche bleiben erfolglos. Im Jahre 1831 lernt er Puschkin kennen, von dem er entscheidende Impulse für seine weitere literarische Arbeit erhält. Bereits wenige Monate später erscheinen seine ersten, der ukrainischen Märchen- und Sagenwelt entnommenen Erzählungen, die mit Begeisterung aufgenommen werden. Sein Bühnenstück "Der Revisor" bringt ihm schließlich Anerkennung in ganz Europa. Ständige Auseinandersetzungen mit der Zensur, Zweifel am eigenen Talent, aber auch deutliche Anzeichen körperlicher Krankheit und seelischen Leidens stürzen ihn in eine schwere Krise. Von ausgedehnten Auslandsreisen erhofft er sich Linderung. Nach Rußland zurückgekehrt, verfällt er zunehmend in einen schwermütigen Mystizismus. Er verwirft sein gesamtes literarisches Werk, verbrennt den zweiten Teil seines Romans "Die toten Seelen" und verweigert fortan jegliche Nahungsaufnahme. Am 21. Februar 1852 stirbt Nikolai Gogol in Moskau.