Erzählung
159 Seiten
Mit Autorenbild
Leinen
Preis: 9,80 €

ISBN 978-3-928606-08-0
Theodor Fontane
Grete Minde

Es ist die erschütternde und zugleich empörende Geschichte einer von Familie und Gesellschaft verstoßenen jungen Frau. Durch immer neues Unrecht zu grenzenlosem Haß getrieben, nimmt sie am Ende Rache in einer wahnsinnigen Verzweiflungstat.
Zur Zeit nicht lieferbar.
Der Inhalt
Grete Minde

Anfang des 17. Jahrhunderts brennt die Stadt Tangermünde fast bis auf die Grundmauern nieder. Viele Opfer sind zu beklagen und ungezählte menschliche Tragödien sind in der Chronik der Stadt dokumentiert. Eine junge Frau, Grete Minde, wird der Brandstiftung angeklagt und samt ihren Helfern im Jahre 1619 hingerichtet. Vor diesem historisch belegten Hintergrund schildert Fontane die Leidensgeschichte der Ratsherrentocher Grete Minde. Aufgewachsen unter dem Druck familiärer Konflikte sucht dieses hochsensible, einer südländisch-katholischen Mutter entstammende Mädchen vergebens ihren Platz in einer von blindem reformatorischem Glaubenseifer geprägten Gesellschaft. Ohne Hoffnung auf eine Zukunft flieht sie schließlich zusammen mit ihrem Geliebten aus der Stadt, schließt sich einer Komödiantentruppe an und kehrt nach vielen Jahren allein mit ihrem Kind in die Heimat zurück. Als der bereits tief zerrütteten Frau die Wiederaufnahme in die Familie verweigert und ihr darüber hinaus aufgrund eines Meineids ihres Bruders das rechtmäßige Erbteil versagt wird, ist ihr Weg ins Verderben unabwendbar vorgezeichnet.
Der Autor
Theodor Fontane

Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 in Neuruppin als Sohn hugenottischer Eltern geboren. Bereits während einer Apothekerlehre in Berlin beginnt er erste Gedichte zu veröffentlichen. Kurz nach seiner Approbation gibt er den Apothekerberuf auf und übersiedelt als Korrespondent zu einem mehrjährigen Aufenthalt nach London. Später arbeitet er als Redakteur einer konservativen Berliner Zeitung, wird Theaterkritiker und Kriegsberichterstatter. Im Jahr 1878 besucht er Tangermünde zu historischen Quellenstudien. Die zwei Jahre später erschienene Erzählung "Grete Minde", von der Kritik hochgelobt aber auch geschmäht, ist bis heute die künstlerisch umstrittendste Arbeit Fontanes. In der darauffolgenden fast zwanzigjährigen Schaffensperiode entstehen meisterhafte Milieustudien aus der Welt des Adels und des Bürgertums, hinter deren plauderhafter Glätte sich nicht selten eine ironisch-kritische Darstellung gesellschaftlicher Ehr- und Standesbegriffe verbirgt.
Als Fontane am 20. September 1898 in Berlin stirbt, hinterläßt er ein umfangreiches, bis heute noch nicht abschließend gesichtetes literarisches Werk.