Novellen
160 Seiten
Mit Autorenbild
Leinen
Preis: 9,80 €

ISBN 978-3-928606-32-5
Luigi Pirandello
Limonen aus Sizilien

Aus dem Italienischen neu übersetzt von Ina-Maria Martens und Emma Viale-Stein.

Mit scheinbar leichter Hand und mit einer ausgeprägten Neigung zu Spott und Satire führt Pirandello seine skurrilen und oft tragischen Helden vor: Heuchler, Denunzianten, Schlaumeier, Selbstbetrüger, unglücklich Verliebte, gehörnte Ehemänner und in Wahnvorstellungen getriebene arme Teufel. Der Leser wird diese heiteren, manchmal auch bitteren und zum Nachdenken verführenden sizilianischen Geschichten so schnell nicht vergessen.
Der Inhalt
Limonen aus Sizilien

Das schwarze Zicklein, Der andere Sohn, Die vergessene Maske, Limonen aus Sizilien, Der Knopf des Gehrocks, Die Verdienstmedaille, Der Dummkopf, Die Kapelle, Der Ölkrug.

Wer Pirandello als Autor vieldeutiger und schwer entschlüsselbarer Geschichten in Erinnerung hat, erlebt eine Überraschung. Mit scheinbar leichter Hand und mit einer ausgeprägten Neigung zu Spott und Satire führt er seine skurrilen und oft auch tragischen Helden vor: Heuchler, Denunzianten, Schlaumeier, Selbstbetrüger, unglücklich Verliebte, gehörnte Ehemänner und in Wahnvorstellungen getriebene arme Teufel. Ein Possenspiel könnte man meinen, wäre da nicht immer zugleich ein bitterer Beigeschmack. Es ist eine raffinierte Kunst, mit der Pirandello selbst in der Humoreske das Lachen gefrieren lassen kann. Denn nie sind seine Helden wirklich Herr ihres Schicksals. Immer zappeln sie wie Hampelmänner an fremden Drähten, verurteilt zum Maskenspiel, zur Illusion, zu einem Scheindasein ohne Willensfreiheit. Und wer sich dagegen auflehnt, verstrickt sich immer mehr, wird zur lächerlichen Figur. Nur wer dieses „Spiel” durchschaut hat, ist am Ende vor Selbstbetrug gefeit. Aber kann der in seine Ohnmacht Eingeweihte dann überhaupt noch Geschmack am Leben finden?
Der Leser wird diese zum Nachdenken verführenden, teils heiteren, manchmal auch bitteren Geschichten sizilianischer Weltliteratur so schnell nicht vergessen.
Der Autor
Luigi Pirandello

Luigi Pirandello wurde am 28. Juni 1867 in Agrigent geboren. Nach dem Studium der Literaturgeschichte und Philosophie arbeitete er zunächst als Lehrer und Journalist. Seine ersten schriftstellerischen Versuche scheiterten. Dazu kam der Verlust seines Vermögens durch Fehlspekulation und das qualvolle Leben an der Seite seiner gemütskranken Frau. Die Gelassenheit, mit der er alle diese Schicksalsschläge ertrug, spiegelt sich in der skeptischen Grundhaltung wider, die sein gesamtes Werk durchzieht.
Der Durchbruch zum Weltruhm gelang ihm erst spät. Er war bereits 54 Jahre alt, als er mit seinem Schauspiel „Sechs Personen suchen einen Autor” in einer modernen, alle Theaterillusion auflösenden Dramenform zunächst einen Skandal verursachte, dann aber die Bühnen der Welt eroberte. Zur gleichen Zeit widmete er sich seinem Projekt „Novelle per un anno”, mit dem er an die reiche novellistische Tradition der italienischen Literatur anknüpfte. Geplant war eine Novelle für jeden Tag eines Jahres, aber nur 240 wurden vollendet. Sie zählen heute zu den unvergänglichen Schätzen der Weltliteratur.
Die internationale Anerkennung erfolgte 1934 mit der Verleihung des Nobelpreises. Er starb nur zwei Jahre später am 10.12.1936 in Rom.