Novelle
120 Seiten
Mit Autorenbild
Leinen
Preis: 9,80 €

ISBN 978-3-928606-01-1
Theodor Storm
Aquis submersus

Im Dämmerlicht einer alten Kirche hängt ein geheimnisvolles Bildnis mit einer rätselhaften Inschrift. Ihre Entschlüsselung führt auf die Spur einer bewegenden Liebestragödie aus einem vergangenen Jahrhundert.
Zur Zeit nicht lieberbar.
Der Inhalt
Aquis submersus

In einer alten Kirche entdeckt der Erzähler das anrührende Bildnis eines toten Knaben. Die rätselhafte Inschrift C.P.A.S. weckt in ihm das phantastische Verlangen, die Hintergründe der Entstehung des Bildes in Erfahrung zu bringen. Durch Zufall stößt er viele Jahre später auf ein Bündel vergilbter Blätter aus dem 17. Jahrhundert, welches ihm den Sinn dieser Inschrift eröffnet: culpa patris aquis submersus (Ertrunken durch die Schuld des Vaters). Der Erzähler, gefesselt von dem chronikartigen Bericht, erfährt die bewegende Geschichte des Malers Johannes, der nach seinem Studium in die Heimat zurückkehrt und sich dort in eine leidenschaftliche Liebe zu seiner einstigen Jugendgefährtin Katharina verstrickt. Familiäre Intrigen, die dieser Verbindung entgegenstehen, führen schließlich zu einer brutalen Verfolgung des Malers, der, schwer verletzt und ohne seine Geliebte, außer Landes fliehen muß. Um dem Kind der beiden Liebenden einen Namen zu geben, wurde Katharina kurz darauf einem "finsteren Priester" angetraut. Nach einigen Jahren kehrt Johannes abermals, diesmal als reicher Mann, in seine Heimat zurück. Der Zufall führt ihn wiederum mit Katharina zusammen. Aber in dem Augenblick, als er die wiedergefundene Geliebte in die Arme schließt, erfüllt sich beider Schicksal auf eine schreckliche Weise.
Der Autor
Theodor Storm

Hans Theodor Woldsen Storm wurde am 14.9.1817 als Sohn eines Advokaten in Husum geboren. Nach einem Jurastudium an der Universität Kiel und Berlin läßt er sich 1843 in seiner damals dänischen Heimatstadt als Anwalt nieder. In diese Zeit fallen bereits erste Gedicht- und Prosaveröffentlichungen. Aufgrund seines offenen Bekenntnisses zur Unabhängigkeitsbewegung gegen Dänemark verliert er seine antwaltliche Zulassung. Er reist daraufhin nach Potsdam, um eine Stelle im preußischen Justizdienst zu übernehmen. Nach der Annektion Schleswig-Holsteins durch Preußen kehrte er im Jahr 1864 wieder nach Husum zurück, wo er bis zu seiner Pensionierung als Richter tätig war. Theodor Storm starb am 4. Juli 1888 in Hademarschen.
Sein literarisches Werk ist geprägt von strenger Verhaltenheit und leiser Wehmut. Landschaft, Liebe und Vergänglichkeit sind seine Grundthemen, die nicht selten durchzogen sind vom Grauen vor dem Irrational-Dämonischen im Schicksal des Menschen. Liebessehnsucht und Leidenschaft führen immer wieder zu schuldhafter Verstrickung und machen das Leben zu einem einsamen Kampf gegen die dunklen Mächte des Daseins.