Erzählung
154 Seiten
Mit Autorenbild
Leinen
Preis: 9,80 €

ISBN 978-3-928606-02-8
Adalbert Stifter
Abdias

Eines Tages, als er von einer Reise zurückkehrt, findet Abdias sein Haus geplündert und sein Hab und Gut zerstört. Aber dies ist erst der Beginn eines rätselhaften Geschicks, das mit biblischer Gewalt über einen Menschen hereinbricht.
Der Inhalt
Abdias

Mit der Klugheit und zähen Geduld afrikanischer Wüstenbewohner jagt der Jude Abdias nach Gewinn und Reichtum. Maßlos und selbstgefällig betreibt er seine Geschäfte und schreckt selbst vor Blutvergießen nicht zurück. Eines Tages, als er von einer Reise zurückkehrt, findet er sein Haus geplündert und sein Hab und Gut zerstört. Aber dies ist erst der Anfang eines erbarmungslosen Geschicks. Abdias beginnt alles zu verlieren, was ihm lieb und teuer war: Reichtum, Erfolg, die Liebe seiner Frau, das Augenlicht seines Kindes. Schließlich verläßt er die Heimat, um in einem fremden Land in demutvoller Hingabe seiner blinden Tochter die Welt zu öffnen. Als jedoch eines Tages dem Mädchen durch ein wunderbares Geschehen das Augenlicht verliehen wird, scheint auch sein Glück zurückzukehren. Aber noch hat Abdias den Kreis seines Verhängnisses nicht durchschritten. Rätselhaft und in maßlosem Mißverhältnis zu seiner Schuld trifft ihn abermals ein blindwütiges Geschick. Doch das neue Leid ist für diesen geprüften Menschen nicht mehr erduldbar. Zerbrochen und seiner Sinne beraubt dämmert er einsam dem Ende seiner Tage entgegen.
Der Autor
Adalbert Stifter

Adalbert Stifter wurde am 23.10.1805 in Oberplan im Böhmerwald geboren. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Privatlehrer wird er Schulrat und Inspektor österreichischer Volksschulen. Doch das Amt macht ihm wenig Freude. Lästige Verwaltungsarbeit und ständige finanzielle Bedrängnis bringen ihn in Konflikt mit seinen künstlerischen Plänen als Maler und Schriftsteller. Er beginnt seine Erzählungen in Zeitschriften zu veröffentlichen, hat Erfolg und wird zum beliebtesten österreichischen Erzähler seiner Zeit. Unheilbar krank setzt er nach qualvollem Leiden am 28.1.1868 seinem Leben ein Ende.
Für den heutigen Leser ist der Zugang zu Stifters Gedankenwelt nicht einfach. Wer jedoch bereit ist, dem ruhigen Erzähltempo zu folgen und die stillen Wege des Dichters mitzugehen, wird hinter der subtilen Darstellung einer schlichten Welt bald die Erschütterungen leidvollen Menschengeschicks erfahren, wie es nur ganz große Dichtung vermag.