Amouresken
153 Seiten
Mit Autorenbild
Leinen
Preis: 9,80 €

ISBN 978-3-928606-13-4
Franziska zu Reventlow
Amouresken. Von Paul zu Pedro.

In diskretem Plauderton schildert die legendäre "Schwabinger Gräfin" der Münchener Bohème der Jahrhundertwende ihre Liebesabenteuer.
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Der Inhalt
Amouresken. Von Paul zu Pedro.

Es ist eine mitreißend erotische Brief-Konversation, voll feinsinniger Ironie und brillantem Witz, nie eigentlich frivol, aber vollendet in der Kunst der Andeutung. Mit weiblichem Charme, jedoch ohne Erbarmen skizziert die Autorin dabei die Don Juans der Szene. Wo immer diese in Erscheinung treten, schrumpfen sie schnell zum Westentaschenformat. Sie heißen Paul oder Pedro und tauchen immer wieder auf: als Typus "Retter", der trotz Gegenbeweise am Glauben an die monogame Veranlagung der Frau festhält, als "Begleitdogge" für gesellschaftliche Ereignisse oder als der "Fremde Herr", dessen Zauber man nicht leichtfertig durch ein gemeinsames Frühstück aufs Spiel setzen sollte.
In diesen unverhüllt autobiographischen Skizzen spiegelt sich vordergründig das exzentrische Leben einer außergewöhnlichen und faszinierenden Frau. Dahinter offenbart sich aber auch der Versuch einer inneren Befreiung, der literarischen Bewältigung eines nahezu ausschließlich auf Kunst und Erotik ausgerichteten Lebensgefühls.
Der Autor
Franziska zu Reventlow

Franziska zu Reventlow wurde am 18.5.1871 in Husum geboren. Der Versuch der Eltern, ihre Tochter in ein vorgegebenes Erziehungsschema zu zwingen, mißlingt. Zwar legt sie 1892 ein Lehrerinnenexamen ab, aber noch im gleichen Jahr flieht sie aus ihrem Elternhaus nach München, dessen Stadtteil Schwabing um die Jahrhundertwende ein Magnet war für Maler, Literaten, Lebenskünstler und für alle, die der Protest gegen bürgerliche Enge vereinte. Die kurze Ehe der "tollen Gräfin" mit einem Gerichtsassessor wird wegen "fortgesetzter Untreue" geschieden. Von ihrer Mutter enterbt, beginnt sie verzweifelt um ihren Lebensunterhalt zu kämpfen: als Übersetzerin, Schauspielerin, Versicherungsagentin, Aktmodell. Schließlich entzieht sie sich ihren Gläubigern durch eine Flucht in die Schweiz. Hier entstehen die meisten ihrer literarischen Arbeiten, deren autobiographischer Hintergrund die Sehnsüchte und Träume, aber auch die Verzweiflung und Einsamkeit einer Frau widerspiegeln, die zum Opfer der Unvereinbarkeit ihres Freiheitsideals mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit wurde. Franziska zu Reventlow starb am 26. Juli 1918 bei Locarno.