Erzählung
161 Seiten
Mit Autorenbild
Leinen
Preis: 9,80 €

ISBN 978-3-928606-03-5
Hermann Melville
Benito Cereno

Eines Morgens nähert sich aus dunklen Nebelschwaden ein spanisches Sklavenschiff, mit dem Skelett eines Menschen als Galionsfigur. Damit beginnt die gespenstische Geschichte einer Enthüllung ungezügelter menschlicher Wildheit.
Zur Zeit nicht lieferbar.
Der Inhalt
Benito Cereno

Kapitän Amasa Delano ankert mit seinem Robbenfänger in der Bucht einer öden und unbewohnten Pazifikinsel. Als sich eines Morgens aus grauen Nebelschwaden ein fremdes Schiff nähert, ohne Flagge und mit seltsam anmutenden Manövern, läßt Delano, entgegen den Bedenken seines Maats das Walboot zu Wasser, um dem vermeintlich in Seenot geratenen Schiff Hilfe zu leisten. Beim Näherkommen erkennt der Kapitän ein spanisches Sklavenschiff in traurig vernachlässigtem Zustand, dessen Rumpf ihn an einen schwankenden Leichenwagen erinnert. Benito Cereno, der spanische Kapitän, begrüßt seinen Gast förmlich und scheinbar abweisend. Seine schwermütige Verschlossenheit trägt deutliche Spuren seelischen Leidens, die Delano allerdings in seiner gutmütigen Ahnungslosigkeit ebenso verborgen bleiben wie die Hintergründe einiger rätselhafter Vorgänge an Bord. Naiv und unerfahren erkennt er nicht die untrüglichen Zeichen einer herandrängenden Gefahr. Erst in einer dramatischen Wendung der Ereignisse endet das gespenstische Spiel von Schein und Wirklichkeit. Im wahren Licht des Geschehens erkennt Delano nunmehr einen vom Grauen gezeichneten Menschen, dessen Leben mit dem Blick in die Abgründe des Bösen langsam zu erlöschen begann.
Der Autor
Hermann Melville

Hermann Melville wurde am 1.8.1819 in New York als Sohn einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie geboren. Nach dem Bankrott und Tod seines Vaters verdingte er sich als Matrose auf mehreren Walfängern, kreuzte durch die Südsee, desertierte und lebte unter Eingeborenen. In die Heimat zurückgekehrt, suchte er seinen Erlebnissen eine literarische Form zu geben. Als der Roman "Moby Dick" erscheint, wird er über Nacht berühmt.
Seine engagierten Anklagen gegen Tyrannei und Prügelstrafe auf amerikanischen Kriegsschiffen, seine Kritik an der Missionstätigkeit der Kirche und seine wachsende Distanz zu den Werten der bürgerlichen Gesellschaft entfremden ihn jedoch seinem Leserkreis mehr und mehr. Es beginnt eine Zeit bitterer Armut, die ihn zwingt, die Stelle eines Zollinspektors anzunehmen. Als Melville, einer der größen amerikanischen Autoren am 28.9.1891 stirbt, hat die Welt seinen Namen bereits vergessen.