Erzählung
142 Seiten
Mit Autorenbild
Leinen
Preis: 9,80 €

ISBN 978-3-928606-12-7
Nikolai Leskow
Am Ende der Welt

Ein junger Missionar ist zusammen mit einem ungetauften Wilden auf dem Weg zu den Eingeborenen. Da geraten die Reisenden unvermittelt in einen entfesselten Schneesturm. Den Tod vor Augen und der Gesinnung eines Wilden ausgeliefert, macht der Missionar eine Erfahrung, die sein künftiges Leben bestimmen wird.
Zur Zeit nicht lieferbar.
Der Inhalt
Am Ende der Welt

In atemberaubenden Erzählbildern schildert Leskow eine Fahrt mit dem Hundeschlitten durch die eisige Wildnis Sibiriens. Ein junger Geistlicher ist auf dem Weg zu den Eingeborenen, um die vernachlässigte Missionsarbeit voranzutreiben. Das Gespräch mit seinem Schlittenführer, einem ungetauften Wilden, gibt ihm einen ersten Eindruck von den bevorstehenden Schwierigkeiten, aber auch von der vermeintlich dringenden Notwendigkeit, endlich christliches Licht in die von Schamanen und vom Buddhismus "verdunkelten" Seelen der Eingeborenen zu bringen. In einem plötzlich aufkommenden Schneesturm verlieren die beiden Reisenden jegliche Orientierung. Hunger und Kälte führen zu einer lebensbedrohenden Situation. Wölfe umkreisen den Schlitten. In diesen dramatischen Stunden rettet die unreflektierte Opferbereitschaft des Ungläubigen den Missionar vor dem sicheren Tod. Der Geistliche, der auszog, um zu bekehren, sieht sich nunmehr selbst bekehrt und steht beschämt vor der hohen Ethik eines vermeintlich primitiven Wilden und vor dessen einfacher, aus dem Gewissen erwachsenen Religiosität.
Der Autor
Nikolai Leskow

Nikolai Semjonowitsch Leskow wurde am 4.2.1831 in Gorochowo als Sohn eines Beamten und Enkel eines Geistlichen geboren. Er verläßt vorzeitig das Gymnasium, ist vorübergehend im Staatsdienst tätig und übernimmt schließlich die Vertretung einer englischen Handelsfirma, in deren Auftrag er mehrere Jahre ganz Rußland bereist. Die in dieser Zeit erworbenen reichen Kenntnisse über Legenden, Sitten und Sprachschatz der russischen Völker werden später zur Grundlage seines erzählerischen Werkes. Mit 30 Jahren läßt sich Leskow als Journalist und freier Schriftsteller in Petersburg nieder. Später erhält er noch einmal ein Amt im Kultusministerium, aus dem er schließlich wegen seiner offenen Kritik an der starren Dogmatik kirchlicher Lehre entlassen wird.
Fragen des Glaubens spielen in seinem Werk immer wieder eine zentrale Rolle. Mit großer Sprachkraft schuf er eine Reihe unsterblicher Erzählungen, mit denen er seiner Vorstellung von der ethischen Gebundenheit der Kunst Ausdruck gab. Ohne Ruhm und Anerkennung zu Lebzeiten stirbt Leskow am 5.3.1895 in Petersburg. Heute gilt er unangefochten als einer der größten russischen Erzähler des 19. Jahrhunderts.