Erzählungen
170 Seiten
Mit Autorenbild
Leinen
Preis: 9,80 €

ISBN 978-3-928606-19-6
Franz Kafka
Ein Hungerkünstler

Der Band enthält die vier Erzählungen: Das Urteil, Die Verwandlung, In der Strafkolonie, Ein Hungerkünstler.
Dem Leser dieser Erzählungen ergeht es wie dem Gefangenen in der "Strafkolonie": voller Neugier verfolgt er die Vorbereitungen zu einer Hinrichtung, bis er sich plötzlich selbst als Opfer erkennt..
Der Inhalt
Ein Hungerkünstler

Nie zuvor wurde das Geheimnis unserer Existenz in eindringlichere und zugleich rätselhaftere Bilder gebannt: Die despotische Gewaltherrschaft eines Vaters wird zur absoluten und richtenden Instanz, in deren "Urteil" der Sohn erkennen muß, daß eine endgültige Befreiung nur im Tode möglich wird. - Die unheimliche Verwandlung eines Menschen in die Gestalt eines Käfers, Symbol der Flucht aus einem unterdrückten Dasein, gerät zur Spiegelung einer bis zur Unmenschlichkeit erstarrten Familienbindung. - Eine barbarische Folter, die in der "Strafkolonie" zur Erkenntnis der absoluten Schuld führen soll, wird gleichzeitig zum Sinnbild eines gnadenlosen und selbstgerechten bürokratischen Räderwerks. - Das langsame Verenden eines "Hungerkünstlers", dessen Kunst als Leistung mißverstanden wird, offenbart sich als tragisches Gleichnis einer nur in der Lebensverweigerung zu überwindenden geistigen Käfigexistenz. Kafkas Texte sind verschlüsselte Botschaften menschlicher Entfremdung und zugleich nüchterne Psychogramme von bedrückender Hoffnungslosigkeit.
Der Autor
Franz Kafka

Franz Kafka wurde am 3.7.1883 in Prag als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie geboren. Die schwierige Beziehung zu seinem Vater, der den literarischen Neigungen des Sohnes mit Ablehnung begegnete, veranlaßte Kafka, ein Germanistikstudium abzubrechen und 1906 zum Dr. jur. zu promovieren. Zwei Jahre später begann er eine Tätigkeit bei der Arbeiter-Unfall-Versicherung, von der er 1922 vorzeitig wegen einer Tuberkulose pensioniert wurde.
Die Schrecken der väterlichen Tyrannei und die trotz mehrerer Aufenthalte in Sanatorien schnell fortschreitende Krankheit, gerinnen in seinen Erzählungen und Romanen zu traumatischen Visionen von Angst und Schuld. In einem lebenslangen Konflikt zwischen dem Wunsch nach "besinnungsloser Einsamkeit" und der Furcht vor einem "nichtgelebten Leben" - dreimal löste Kafka bereits geschlossene Verlobungen - erscheint ihm schließlich die "angelockte" Krankheit" geradezu als Befreiung. Franz Kafka starb am 3. Juni 1924 in einem Sanatorium bei Wien. Seine testamentarische Verfügung, alle unveröffentlichten Schriften zu vernichten, wurde von seinem Nachlaßverwalter Max Brod nicht befolgt.