Ein Novellenbuch
156 Seiten
Mit Autorenbild
Leinen
Preis: 9,80 €

ISBN 978-3-928606-18-9
Georg Heym
Der Dieb

Der Band enthält sämtliche Novellen von Georg Heym: Der fünfte Oktober, Der Irre, Die Sektion, Jonathan, Das Schiff, Ein Nachmittag, Der Dieb.
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Der Inhalt
Der Dieb

Im Jahre 1911 wird Leonardo da Vincis "Mona Lisa" aus dem Pariser Louvre gestohlen. Vor diesem spektakulären Hintergrund erzählt Heym seine Geschichte des Diebes, eines Besessenen, der in einem imaginären Kampf mit dem Rätselgesicht der "Gioconda" die Welt vom Weiblichen als Wurzel alles Verderbens exemplarisch befreien will. Er verschleppt das Gemälde nach Florenz, wo er es schließlich in ekstatischer Mordlust seinen Wahnvorstellungen opfert.
Wie in der Novelle "Der Dieb", beschwört Heym in allen seinen Erzählungen immer wieder die Grenzbereiche menschlicher Existenz. Aus dem Würgegriff von Unterdrückung, Hunger, Angst und Verlorenheit kann nur noch ein revolutionäres Aufbäumen befreien, die Schaffung einer Gegenwelt aus kaltem Haß und rauschhafter Triebbesessenheit. Es ist die höhnische Abkehr von den Konventionen einer erstarrten, ihrer Ideale beraubten Welt. Damit wird Georg Heym zum Wegbreiter der expressionistischen Dichtkunst, die in apokalyptischen Visionen um eine neue Sinngebung des Daseins ringt und gleichzeitig die Schrecknisse des kommenden Krieges in beklemmenden Bildern des Grauens vorauszeichnet.
Der Autor
Georg Heym

Georg Heym wurde am 30. Oktober 1887 in Hirschberg/Schlesien als Sohn eines Militäranwaltes geboren. Die Gefühlskälte seines Elternhauses führte schnell zu einer völligen Entfremdung und sollte sich später auch in den bedrückenden Angstphantasien seiner Dichtung niederschlagen. Nach dem Besuch des Gymnasiums beginnt Heym 1907 ein Jurastudium in Würzburg, später in Berlin und Jena. Er wird Mitglied einer schlagenden Studentenverbindung, die er jedoch ein Jahr später enttäuscht wieder verläßt. Schließlich legt er 1911 das juristische Staatsexamen ab und wird promoviert.
Am 16.1.1912, im Alter von 25 Jahren, ertrinkt Georg Heym beim Schlittschuhlaufen auf der Havel. Ein Jahr nach seinem Tode erscheint der Novellenband "Der Dieb". Nur unter größten Bedenken war sein Verleger Rowohlt bereit, das Werk zu drucken, für dessen Schreckensvisionen er sich keinen Leserkreis vorstellen konnte. Tatsächlich steht Heyms Prosa auch heute noch ganz im Schatten seiner Lyrik. Zwar ist die künstlerische Vollkommenheit seiner Novellen unterdessen von der Kritik unbestritten, aber noch warten sie auf ihre eigentliche Entdeckung durch den Leser.